UWCT 2014 WM-Finale Straße

Aufgrund der Erfahrungen vom EZF hab ich mich für das Straßenrennen, welches am Sonntag den 31.08.14 geplant war, dazu entschieden mit meinen Teamkollegen bereits am Vortag anzureisen.

Der Start meiner Kategorie sollte um exakt 9:15 Uhr erfolgen – aufgrund eines kleinen technischen Problems mit dem Teambus war diesmal ebenfalls an ein vernünftiges Aufwärmen nicht zu denken. Dies sollte bei dieser Strecke allerdings wirklich keine Rolle spielen.

Die Strecke mit 157 km und 1200 hm bin ich bislang noch nie gefahren – aufgrund meiner nicht sonderlich guten Stimmung nach dem EZF hab ich dies auch nach diesem Event unterlassen. Das Höhenprofil wellig, einem etwa 250 hm und einem 500 hm Anstieg sollte mir aber liegen. Der erste Anstieg sollte nach etwa 40 km der zweite nach ca. 80 km erfolgen.

Zusammen mit etwa 180 Fahrern davon fünf aus Österreich ging es pünktlich los. Ich stellte mich ganz hinten auf – ich wollte mich die ersten km nicht stressen lassen, weil ich bis zum ersten Anstieg keine Attacken erwartet hab.

Zuerst ging es ca. 15 km durch die Stadt – die Strassen waren für das Rennen komplett gesperrt, die Verkehrsinseln, die Kurven, das Kopfsteinpflaster bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 40 km/h stressten trotzdem! Schon bei der dritten Verkehrsinsel unmittelbar vor mir ein Fahrer rechts vorbei, einer links vorbei der Dritte voll in den 20 cm hohen Randstein und in dahinter stehende Laterne.

Nachdem wir Ljubljana hinter uns gelassen haben wurde das Tempo noch etwas angezogen, da ich aufgrund meiner optimalen Vorbereitung auch an diesem Tag wieder gute Beine hatte, fiel es mir leicht das Tempo mitzugehen und fuhr jetzt in der Mitte des Feldes. Der erste Anstieg war flacher als erwartet und wurde entsprechend schnell gefahren. Da dies nicht mehr allen Fahrern leicht viel gingen kleine Löcher auch die ich locker zufahren konnte. Am Ende der Steigung war das Feld in etwa halbiert.

Meine Stimmung war großartig, die Strecke schien mir auf den Leib geschneidert. Die nächsten Kilometer leicht fallend schöne Kurven hohes Tempo, ich sah mir das ganze sehr entspannt, immer die Spitze im Blick von hinten an. Dann die erste richtige Abfahrt, nicht steil schöne Kurven auf gutem Asphalt. Jetzt wurde natürlich voll gebolzt, ich noch immer die Spitze im Blick. Vor mir zwei türkische, ein südafrikanischer und ein US-amerikanischer Fahrer, die mit der Abfahrt völlig überfordert waren – allerdings dauerte es fünf  Kurven bis ich diese überholen konnte – die Spitzengruppe konnte ich am Ende der Abfahrt nicht mehr sehen. Hinter mir noch ein paar weitere Fahrer.  Bis wir uns zur Aufholjagd formiert hatten war die Spitze ca. 90 Sekunden weg.

Da vorne offensichtlich richtig Druck gemacht wurde kamen wir trotz harter Arbeit nur unwesentlich näher. Ziemlich verzweifelt und jetzt auch schon etwas angeschlagen, war ich am Fuße des zweiten Anstieges nach ca. 80 km ca. 60 Sek hinter der Spitzengruppe. Für den Anstieg benötigte ich nicht zuletzt auch dadurch und ohne vernünftigen Vordermann um über 3 Min. länger als die Spitze, was für die etwa 500 hm etwas mehr als 23 Min bedeuteten. Trotzdem konnte ich an diesem Anstieg einige Fahrer überholen, was meine Stimmung nur unwesentlich verbesserte.

Am Ende des Anstieges schöpfte ich noch einmal Hoffnung, da ich von einem italienischen Fahrer, der offensichtlich eine Pannen hatte und sich auf Aufholjagd befand, überholt wurde – ich konnte ihm folgen – zu leicht – da in diesem Streckenabschnitt Gegenwind herrschte war damit auch diese Hoffnung begraben. Bald fuhren wir auf einen slowenischen Fahrer auf usw. – das ganze ging aber trotz harter Arbeit viel zu langsam um auf eine Spitzengruppe Zeit gut zu machen.

Ab KM 120 war mir eigentlich nur noch wichtig unfallfrei ins Ziel zu kommen. Dadurch, dass die letzten 7 km wieder durch Ortsgebiet führten war dies in der mittlerweile immer grösser gewordenen Gruppe gar nicht so leicht.  In Zielnähe packte ich aber doch noch einen halbherzigen Sprint aus bei dem ich noch ein paar Fahrer überholen konnte.

Nach 3 Std. 58 Min. war die WM für mich dann beendet. Dies bedeutete Platz 77! Mit Peter Krebs auf Platz 59 war ein Fahrer aus Österreich vor mir platziert.

Da an diesem Tag für mich, auch mit wesentlich weniger Anstrengung viel mehr, dh ein Top 40 Platz drinnen gewesen wäre, bin ich doch etwas enttäuscht und verärgert. Nicht etwa, die auf der Abfahrt überforderten Fahrer ärgern mich, sondern weil ich meine Chancen offenbar nicht ernst genug genommen hab und mir die Strecke nicht seriös angesehen hab oder nur, auch auf scheinbar unkritischen Abschnitten konzentriert bzw. halbwegs richtig positioniert gefahren bin.

Aufgrund meiner Möglichkeiten beim zweiten Anstieg wäre aber ein wirklicher Spitzenplatz (Top 10) nicht bzw. nur bei optimalstem Rennverlauf möglich gewesen!

Dass mir die Strecke tatsächlich auf den Leib geschneidert gewesen wäre bestätigt sich für mich dadurch, dass in der Ergebnisliste kein einziger, von denen bei der ersten Abfahrt abgehängten Fahrern vor mir aufscheint!

Das war das UWCT-Finale – Es war eine Top-Veranstaltung, alles professionell organisiert und auch gut besucht. Bei mir selbst kam leider nie wirkliche WM-Stimmung oder Flair auf! Schade, wahrscheinlich hab ich es einfach nicht ernst genug genommen!!!

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UWCT 2014 WM-Finale EZF

Nachdem ich am 06.06.2014 auch in Ljubljana, wie beschrieben an der Qualifikation zum WM-Finale um etwa 12 Sekunden gescheitert bin, mich aber in St. Pölten am ???? über den Marathon (da in St. Pölten lediglich eine Marathon statt gefunden hat) zum WM-Finale im EZF als auch für die Straße qualifiziert hab, hab ich diese Möglichkeit am 28.08.2014 auch wahr genommen. Die Erwartungshaltung an die Veranstaltung waren hoch, jene zum Ergebnis aufgrund meines Auftrittes und in Anbetracht der Konkurrenz eher bescheiden.

Auf dem Programm stand, der bereits von der Quali bekannte Kurs mit 18,6 km Länge, nahezu flach mit Wende!

Meine Startzeit wurde mir mit 12:41 rechtzeitig bekannt gegeben. Mein Tag begann somit um 06:15 mit einer Ergometereinheit und Frühstück – nach 3 Std Fahrzeit um 10:30 Uhr in Ljubljana angekommen erwartete mich eine Verkehrsinfarkt, weshalb sich meine bis dahin extrem positive Stimmung durch mind. eine Std. Zeitverlust in Stress umwandelte – da meine Teamkollegen (Robert Rothschedl, Peter Muntean, Martin und MArkus Plank, Hans Peter Fellinger) bereits einen Tag früher angereist waren und für mich Lizenz und Startnummer checkten, war meine Startzeit nicht gefährdet. An ein vernünftiges Aufwärmen war allerdings nicht mehr zu denken.  Ohne das Flair und die  Stimmung einer WM in mich aufzusaugen hab ich mich um 12:35 Uhr im Startbereich eingefunden. Dort wurde noch mein Rad überprüft. Da ich der Erste in meiner Kategorie war, zwei Minuten vor mir kein Starter.

Als ich aufgerufen wurde und von zehn der Countdown eingeleitet wurde kam doch etwas Nervosität auf. Mein Plan war aufgrund des schlechten Aufwärmens zügig aber nicht voll zu beginnen und ab km 6 alles zu geben. Da ich den Kurs schon gefahren bin sollten keine Überraschungen auf mich warten – gefehlt, kurz nach dem Start allerdings bereits mit 40 km/h wurde eine Kurve wesentlich enger geführt, was einer Vollbremsung bedurfte um nicht in der Absperrung zu landen. Das war es aber dann auch schon mit den Überraschungen was die Strecke betraf. Mein Beine fühlten sich gut mein Fahrstil wie immer etwas zu unruhig, das Reisetempo war gut, dachte ich, als ich kurz vor der Wende von dem 30 Sek. hinter mir gestarteten Fahrer überholt wurde. Die Wende gut gemeistert etwas frustriert wurde ich weitere 2 km vom nächsten Fahrer überholt, was meine Stimmung nicht verbesserte.  Der kleine Anstieg etwa vier KM vor dem Ziel wurde im Wiegetritt passiert und war diesmal kein wirkliches Problem. In den letzten zwei Kurven vor dem Ziel hab ich nichts riskiert und etwas herausgenommen bevor ich ab der 300 Meter Marke nochmal alles geben hab und das Ziel mit einer Zeit von 25:42 Sekunden überqueren konnte.

Dies ergab in Anbetracht der Veranstaltung und der Konkurrenz (es waren einige Spezialisten, die nur wegen des EZF angereist waren, am Start) den für mich guten Rang 25!

Nach eingehender Analyse bin ich mit dem Ergebnis insofern zufrieden, dass ich als einzige Starter im Vergleich zur Qualifikation die Zeit (26:12) verbessert hab. Mit dieser Zeit hätte ich mich auch locker direkt qualifiziert. Der Sieger der Qualifikation Alexander Bauer wurde „nur“ Zweiter und benötigte mit 23:27 um 30 Sekunden länger als in der Quali und hätte mit seiner Quali-Zeit den Sieger Nicoletti Stefano (23:12) locker geschlagen!

 

WM Finale 2014 EZF in Ljubljana - kurz nach dem Start

WM Finale 2014 EZF in Ljubljana – kurz nach dem Start

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WM Finale 2014 EZF in Ljubljana – auf der Reise